Altstadtsanierung in der Eltviller Kernstadt ein Projekt von Jahrzehnten: Aufwertung des Stadtbildes und positive Entwicklung

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Eltville. Wer gerade während der Rosentage durch die Eltviller Altstadt geschlendert ist, hat sich sicherlich am schmucken Erscheinungsbild der restaurierten Fachwerkhäuser erfreut. Dass die Eltviller und ihre Besucher in den Kernbereichen der Altstadt neuerdings gedankenverloren schlendern können, ohne vor einem Auto beiseite springen zu müssen, wertet das Stadtbild überdies auf.
„Dahinter stecken lange politische Diskussionen, das Ringen um Entscheidungen und insgesamt ein Prozess der Altstadtsanierung in der Eltviller Kernstadt, der 46 Jahre gedauert hat“, erinnert Bürgermeister Patrick Kunkel daran, dass die Anfänge der Altstadtsanierung in einer Zeit lagen als er selbst noch nicht einmal in der Schule war. Die Ziele der Altstadtsanierung waren: Verbesserung der Verkehrssituation und Reduzieren der damit zusammenhängenden Schadstoffe und Lärmbelästigungen, Erhalt der Altbausubstanz und Beobachtung der ortstypischen Gestaltungsprinzipien bei Neuplanungen, Ausbau des Stadtkerns als Einkaufs- und Dienstleistungszentrum, als Wohnstandort und als Standort öffentlicher Einrichtungen sowie Freihalten und Sichern der Grünflächen sowie deren bessere Gestaltung und Nutzbarmachung.
Meilensteine bei der Umsetzung dieser Ziele waren die Aufnahme der Stadt Eltville in das Sanierungsförderungsprogramms des Bundes 1973, die Eröffnung der Umgehungsstraße 1989 und somit der Wegfall des Löwenanteils des Durchgangsverkehrs, die erste Objektsanierung des Hauses Burgstraße 3, „Gelbes Haus“, 1974. Eine Erweiterung des Sanierungsgebietes erfolgte 1987 mit Aufnahme des Geländes der Kurfürstlichen Burg als Voraussetzung für durchgreifende Sanierungsmaßnahmen in und an der „guten Stube“ von Eltville sowie dem Ausbau als Kulturzentrum mit Veranstaltungsräumen (Gelber Saal). Der Erwerb des REW-Geländes für Parkplätze 1999 und das Schaffen eines Verbindungsweges zwischen dem Parkplatz „Weinhohle“ und dem zentralen Omnibusbahnhof ein Jahr später. Ebenfalls im Jahr 2000 wurde die Baumaßnahme „Platz der Deutschen Einheit“ mit dem heutigen Ärztehaus und der Postfiliale an der Gutenbergstraße begonnen. Die Stadt Eltville hat im Jahr 2001 eine Vereinbarung mit dem Rheingau-Taunus-Kreis unterzeichnet, worin die Straßenbaulast der Rheingauer Straße, der Gutenbergstraße und des Kiliansrings auf die Stadt überging. Erst damit war es möglich geworden, diese Straßen in eigener Regie umzugestalten. Damit die Besucher der Altstadt möglichst nah am Stadtkern ihr Auto abstellen können, hat die Stadt 2002 das Grundstück Kiliansring 1 angekauft und zu einem Parkplatz gestaltet. Im Jahr 2005 haben die Stadtoberen die Mediathek und die Tourist-Information eröffnet. Außerdem wurden diverse Straßen neugestaltet und mit einer neuen Oberfläche versehen. Zum 31. Dezember 2012 wurde die Sanierungssatzung aufgehoben. Dies setzte den offiziellen Schlussstrich unter das städtebauliche Großprojekt Altstadtsanierung. Im Anschluss konnten Ausgleichsbeträge festgesetzt und erhoben werden. Die Sanierung ist mit hoher Beteiligung der Eigentümer und mit der finanziellen Unterstützung durch Bund, Land und Stadt umgesetzt worden. „Nach 46 Jahren ist die Altstadtsanierung nicht nur positiv abgeschlossen“, so Bürgermeister Patrick Kunkel, „sondern die Altstadt hat nach und nach ein neues Gesicht bekommen.“ Niemand könne sich mehr vorstellen, dass in der Schwalbacher Straße, die heute eine Fußgängerzone ist, eine Straße mit Gehwegen auf beiden Straßenseiten war. „Die Planer von damals hatten eine Vision von Eltville, deren Umsetzung stets ein zähes Ringen war“, resümiert Kunkel, „alle Eltvillerinnen und Eltviller und unsere Gäste profitieren heute davon.“ Der historische Charakter der Altstadt konnte insgesamt erhalten, kulturhistorisch bedeutsame Gebäude gerettet und einer neuen Nutzung zugeführt werden. Geschlossene, stadtbildprägende Ensembles wirken sich ebenso positiv auf den Tourismus aus wie die Öffnung und Gestaltung von Plätzen für Kommunikation, Feste und Veranstaltungen. Die Altstadt hat als Lebens- und Erlebnisraum durch Verbesserung von Wohnverhältnissen, dem Wohnumfeld sowie durch aufwertende Maßnahmen der Infrastruktur an Attraktivität deutlich gewonnen, und damit auch neue Chancen für das Zusammenleben von Generationen eröffnet – wie die Rosentage gerade bewiesen haben. Der Dank des Bürgermeisters geht an die Entscheider in den städtischen Gremien über die Jahrzehnte hinweg, an die Planer, an die Finanzierer aus Bund und Land, an den Sanierungsträger und die Sanierungsberaterin, die Denkmalschutzbehörde sowie ganz deutlich auch an die Eigentümer und Geschäftsleute in der Altstadt. „Ohne dieses gemeinsame Ringen um die beste Lösung gäbe es diese Perle am Rhein heute nicht, auf die wir alle gemeinsam stolz sein können.“
Eltville am Rhein, 14. Juni 2017