Stadt Eltville verzichtet auf Einsatz von schädlichen Herbiziden

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Eltville. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Eltville am Rhein hat im Mai beschlossen, ab sofort auf den Einsatz von Herbiziden zu verzichten. Pflanzenvernichtungsmittel sollen nicht mehr auf den Friedhöfen und auch nicht auf öffentlichen Grünflächen verwendet werden. „Wir arbeiten jetzt ohne Gift. Das stellt unsere Mitarbeiter im Betriebshof vor große Herausforderungen“, weiß Bürgermeister Patrick Kunkel.

Ein Spezialgerät, das als Alternative zum Einsatz kommen soll, ist gerade eingetroffen. Es arbeitet mit heißer Luft. Damit werde das sichtbare Unkraut umweltschonend beseitigt, das Problem allerdings im wahrsten Sinne des Wortes nicht an der Wurzel gepackt. Denn die bleibe bei dieser Technik im Boden stecken.

„Wir sind uns durchaus bewusst, dass die Friedhöfe und öffentlichen Flächen jetzt schon und in Zukunft nicht mehr so aussehen werden wie früher“, erklärt Patrick Kunkel. „Die Stadtverordneten haben sich allerdings ganz klar für die umweltfreundliche und für Mensch und Tier gesündere Variante entschieden – mit allen Folgen, die das hat.“

Die Friedhofsgärtner behelfen sich und mähen das Unkraut auf den Wegen aktuell mit dem Rasenmäher ab. „Die Flächen in unserer Stadt sind zu groß, um alles Unkraut per Hand zu jäten“, ist sich der Verwaltungschef bewusst. Im Augenblick und bedingt durch die feuchte und warme Witterung sowie das große Unwetter kommen die Mitarbeiter des Betriebshofes nicht hinter der Arbeit her.

Die Stadtverordnetenversammlung ist noch einen Schritt weiter gegangen und hat den Magistrat damit beauftragt, auch private Dienstleistungsunternehmen, die den Auftrag zur Pflege städtischer Flächen erhalten, zu einem Herbizidverzicht zu verpflichten.

„Ich weiß, dass die Mitarbeiter unseres städtischen Betriebshofes derzeit alles geben, um die Übergangsphase weg von schädlichen Herbiziden hin zur mechanischen Unkrautbekämpfung zu meistern“, so Bürgermeister Patrick Kunkel, „‘Gift-Freiheit‘, die jeder gerne möchte, hat dann auch ihren Preis.“ Die Stadt bittet um Verständnis, dass jetzt manche Dinge liegenbleiben. „Wir sind in der Umstellungsphase und probieren nun verschiedene neue Methoden aus. Dankbar sind wir immer auch für Tipps und Hinweise“, so Kunkel.

Eltville am Rhein, 8. August 2017