Eltville am Rhein. Die Stadt Eltville unterstützt die Initiative des Rheingau-Taunus-Kreises (RTK) gegen den zusätzlichen Lärm im Rheingau, der offensichtlich durch die Änderung der Anflugrouten für den Flughafen Frankfurt bewirkt wurde. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat ohne Abstimmung mit den betroffenen Kommunen die Anflüge bei Ostwind seit Mitte März neu geregelt: Die Route verläuft nun rund zwei Kilometer weiter nördlich und somit direkt über die rechte Rheinseite. Nach den Radaraufzeichnungen wird auch die ursprünglich auf der Route vorgeschriebene Flughöhe von 2400 m häufig unterschritten.
Der RTK ist Mitglied in der Fluglärmkommission und soll dort die Interessen aller betroffenen Kommunen im Kreis mit vertreten. Die Kommission selbst hat allerdings nur beratende Funktion; die Flugrouten werden von der Bundesanstalt für Flugsicherung in Zusammenarbeit mit der DFS angeordnet. Der RTK fordert gegenüber der DFS, die Mindestüberflughöhe im Rheingau auf 2400 m festzulegen, die durch Kontrollanweisungen der Fluglotsen nicht unterschritten werden darf. Darüber hinaus sollen die Abdrehpunkte so angeordnet werden, dass diese nicht über Siedlungen liegen. Außerdem wird der Kreis bei der Fraport AG beantragen, dass im Rheingau eine mobile Fluglärmmessstelle eingerichtet wird.
Mittlerweile häufen sich die Anfragen der Betroffenen bei der Eltviller Stadtverwaltung. Damit ist Bürgermeister Patrick Kunkel auch direkt gefordert und bittet daher um den notwendigen Informationsfluss, um die verunsicherten Bürgerinnen und Bürger entsprechend informieren und auch beruhigen zu können.
Kunkel: „Wir als Kommune und ich im Besonderen als Bürgermeister muss mich zu diesem aktuellen Thema äußern und Erklärungen gegenüber den betroffenen Anwohnern geben können. Ich spreche hier sicher auch für meine Kollegen aus dem Kreis, wenn ich sage, dass ich mich aktiv beteiligen und einsetzen möchte, denn schließlich geht es hier ja um die Wohn- und Lebensqualität in unserer Region. Eine Mitarbeit in der Kommission würde ich deshalb sehr begrüßen.“
Eltville am Rhein, 1. April 2011