
Schloss Reinhartshausen, Erbach:
Im Jahr 1801 wurde mit dem Bau des Schlosses auf dem ehemaligen Areal eines Rittersitzes begonnen. Marianne von Preußen, geborene Prinzessin der Niederlande, erwarb im Jahr 1855 das Anwesen, nachdem sie sich von ihrem Mann getrennt hatte. Im Laufe der Jahre machte Sie Reinhartshausen zu eine kulturellen Anziehungspunkt am Rhein. Eine Sammlung von mehr als 600 Gemälden wurde in dem Anwesen ausgestellt. Hierfür wurde sogar ein Museum eingerichtet. Darüber hinaus entwickelte sich Schloss Reinhartshausen zur Anlaufstelle für junge Künstler. Seit geraumer Zeit ist in dem Gebäude ein Hotel untergebracht.
Bis 1987 blieb das gesamte Schloss im Besitz derer von Preußen. Bis 1991 wurde das Hotel grundlegend restauriert und um den Westflügel erweitert. Reinhartshausen gehört zu den luxuriösesten Häusern in Deutschland. Seit einigen Jahren zählt das Hotel darüber hinaus zu den leading small hotels of he world.
Fachwerkbestand:
Eltville:
In der Rosengasse befinden sich gleich mehrere historische Gebäude, deren Fassade durch aufwändiges Fachwerk verziert ist: Eine ansprechende, geschlossene Häuserzeile bilden die vornehmlich aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammenden Wohnhäuser im mittleren Teil der Straße. Elemente verschiedener Bauepochen lassen sich hier erkennen. Besonders bedeutend sind hierbei seltene spätgotische Elemente und die für diese frühe Bauzeit charakteristischen kräftigen Strebenkreuze. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein um 1500 entstandenes Fachwerkgebäude, das für mehrere Jahrhunderte eine Schule beheimatete. Geschwungene Streben und kunstvoll verzierte Eckstäbe sorgen für das charakteristische Erscheinungsbild dieses Bauwerks.
Eine Reihe weiterer Häuser mit Fachwerkgewand befindet sich in der Kirchgasse. Neben dem im 18. Jahrhundert erbauten Inselhaus zieht der rechteckige Fachwerkerker im ersten Geschoss des Stockheimer Hofes, dessen Errichtung auf das Jahr 1550 zurück geht und der heute im Besitz der Freiherren Langwerth von Simmern ist, Betrachter in seinen Bann. Darüber hinaus ist der Hof Bechtermünz, in dem Ende des 15. Jahrhunderts eine kleine Druckerei beheimatet war und dessen Fachwerk etwa 1700 errichtet wurde, als gelungenes Beispiel historischer Fassadenverzierung anzusehen.
Die sich in Burghof- und Burgstraße befindlichen Fachwerkhäuser gehören zu den beindruckendsten in der historischen Altstadt von Eltville. Die zum größten Teil im 17. Jahrhundert errichteten Gebäude bestechen durch markante Verzierungen und zum Teil trapezförmige Grundrisse. Von besonderer Bedeutung sind die Gensfleischhäuser (1681). Dort soll sich einst das Anwesen von Friele Gensfleisch, einem Bruder Johannes Gutenbergs, befunden haben.
Erbach:
Im zweitgrößten Eltviller Stadtteil befinden sich im Bereich der Kreuzung von Taunus- und Hauptstraße zwei stattliche Fachwerkhäuser, die von einer einflussreichen Erbacher Familie Ende des 17. Jahrhunderts bzw. im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts errichtet wurden ließen.
Am Marktplatz befindet sich ein malerisches Ensemble bestehend aus drei Fachwerkhäusern. Das Giebelhaus (Markt 15) besitzt eine prächtige Fassade, die von einem Erker mit Haubendach gekrönt wird und Renaissancemotive enthält. Das Wohnhaus in unmittelbarer Nähe zeichnet sich durch ein Fachwerk aus, das verschiedenen Rautenformen spielerisch variiert. Beide Häuser wurden um das Jahr 1700 errichtet. Das ergänzende Wohnhaus in der Eberbacher Straße wurde bereits um 1500 erbaut. Es zieren gotische Strebefiguren.
Am westlichen Ortsrand, an der Taunusstraße gelegen befindet sich ein weiteres markantes Fachwerkhaus. Dieses um 1700 erbaute Gebäude bildet eine Baugruppe mit der katholischen Kirche St. Markus und fungierte für einige Zeit als Schule des Ortes. Interessant ist der nahezu quadratische Grundriss.
Hattenheim:
Im Ortszentrum von Hattenheim (Hauptstraße) erwartet den Besucher eine eindrucksvolle, geschlossene Häuserzeile. Eines der darin integrierten Fachwerkhäuser aus dem Jahr 1736, in dem ein Gasthaus untergebracht war, besticht vor allem durch seine seltenen, ornamentalen Gefachbemalungen aus den zwanziger Jahren. Das Fachwerkhaus in unmittelbarer Nähe hat ebenfalls eine bewegte Geschichte hinter sich: Einst waren hier eine Bäckerei und ein Kolonialwarenladen untergebracht.
Direkt gegenüber befindet sich eine weitere Gebäudegruppe mit Fachwerkverzierung. Dabei bilden das ehemalige Rathaus, das Gasthaus zum Krug (1720) und der älteste datierte Fachwerkbau des Ortes (1521), welcher spätgotische Elemente enthält, ein für das Ortsbild markantes Ensemble.
Ausführlichere Informationen zu den Fachwerkbauten enthält die Broschüre "Rundgang durch die Fachwerkstadt Eltville", die in der Tourist-Information erhältlich ist.

