Eltville am Rhein ist die älteste (Stadtrechte seit 1332) und größte Stadt des Rheingaus und liegt etwa 15 Kilometer westlich von Wiesbaden. Mit den Stadtteilen Erbach, Hattenheim, Martinsthal und Rauenthal verkörpert sie die Rheingauer Weinbautradition. Weltruf erlangte auch die Sektherstellung seit dem 19. Jahrhundert (Matheus Müller). Im Mittelalter war die Stadt Residenz der Mainzer Erzbischöfe und Kurfürsten. Aus dieser Zeit sind die Pfarrkirche St. Peter und Paul, mehrere Adelshöfe in der historischen Altstadt und die Kurfürstliche Burg am Rheinufer mit dem aus dem 14. Jahrhundert stammenden Burgturm sehenswert. Die Burganlage ist heute Schauplatz der Eltviller Burghofspiele und der Veranstaltungsreihe CASTLE CONCERT ELTVILLE mit Schwerpunkt Jazz, Blues, Soul und Comedy-Kabarett und anderen kulturellen Veranstaltungen. Kunstausstellungen in der Galerie im Turm der Kurfürstlichen Burg runden das kulturelle Angebot ab. Oberhalb des Stadtteils Hattenheim liegt das ehemalige Zisterzienserkloster Eberbach. Die weitläufige Anlage aus der Gründerzeit des Ordens (12. bis 14. Jahrhundert) ist eine der besterhaltenen Deutschlands und gilt als Kulturdenkmal von europäischem Rang. Neben weiteren Veranstaltungsorten im Rheingau ist Kloster Eberbach einer der Mittelpunkte des jährlich im Sommer stattfindenden "Rheingau Musik Festivals". Vom Verein Deutscher Rosenfreunde wurde der Stadt Eltville 1988 das Prädikat Rosenstadt verliehen. In den städtischen Anlagen erblühen jedes Jahr 22.000 Rosenstöcke in über 350 Sorten. Eltville ist überdies Station an der Regionalstrecke West- und Mittelhessen der Deutschen Fachwerkstraße.
Eltville ist Mittelzentrum und hat neben kulturellen Einrichtungen ergänzende Funktionen, beispielsweise für die Bereiche Bildung, Soziales oder dienstliche Verwaltung. Auf die einzelnen Stadtteile verteilt, verfügt die Stadt über ein Gymnasium, eine Realschule sowie eine Weinbauschule. In Eltville befindet sich eine Ausbildungsstätte der Deutschen Bundesbank. Ende 2000 hatte Eltville rund 16.800 Einwohner. Gegenüber 1987 stieg die Einwohnerzahl um knapp elf Prozent. Aufgrund der Nähe zur Landeshauptstadt Wiesbaden, einer günstigen Verkehrsanbindung und der hohen Wohnqualität dürfte sich in einem absehbaren Zeitraum eine weitere, kontinuierliche Bevölkerungszunahme ergeben. Der Anschluss an die regionalen Zentren und die überregionalen Verkehrswege erfolgt durch die neu ausgebaute Nordumgehung B 42, die nach knapp sieben Kilometer in die A 66 Richtung Frankfurt einmündet. Durch die drei Bahnstationen (Hattenheim, Erbach und Eltville) und den Buslinienverkehr auf der Strecke Wiesbaden-Rüdesheim ist die Stadt Eltville am Rhein gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen. Ferner bestehen Busverbindungen zu allen Stadtteilen sowie nach Kiedrich, Kloster Eberbach und Schlangenbad. Wiesbaden ist in kürzester Zeit über die Busverbindungen sowie über den Schienenverkehr zu erreichen.
Eltville verzeichnet zudem Anstieg im Dienstleistungsbereich
Die in Eltville am Rhein ansässigen Unternehmen sind weitgehend mittelständisch ausgerichtet. Hierzu zählt unter anderem auch die bekannte Sektkellerei Schloss Vaux. Zu den größeren Unternehmen zählt die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH, zu der auch die in Eltville seit 1837 ansässige Sektkellerei Matheus Müller (MM) gehört, sowie die MCS Modulare Computer und Software Systeme AG (MCS AG). Als High-Tech-Unternehmen ist die MCS AG marktführend bei Kommunikationssystemen im Gesundheitswesen. Nach neuesten Erhebungen sind weitere 35 Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnologie in Eltville am Rhein ansässig. Seit über 40 Jahren ist die Firma ALGI Alfred Giehl KG zuverlässiger und leistungsstarker Partner im Bereich hydraulischer Aufzugssysteme. Größtes Unternehmen mit etwa 600 Beschäftigten ist die Jean Müller GmbH Elektrotechnische Fabrik. Hier werden Schaltanlagen und Schaltgerätekombinationen für den Weltmarkt produziert. Seit 1987 erfolgte bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Dienstleistungssektor ein Zuwachs von rund 600 Arbeitsplätzen. Allein im Handel wurden zuletzt etwa 120 Beschäftigte mehr verzeichnet. Das produzierende Gewerbe war im genannten Zeitraum mit einer Abnahme von 200 Beschäftigten rückläufig.“
Gewerbliche Reserveflächen befinden sich in Hattenheim ("Rheinwiesen") 2,7 Hektar und in Rauenthal (Gewerbegebiet "Auf der großen Straße") 0,6 Hektar. Die Stadt plant die Ausweisung weiterer Gewerbeflächen mit einer voraussichtlichen Gesamtgröße von 7 Hektar. In der Innenstadt von Eltville sind demnächst durch Neubau bzw. Umstrukturierung größere Flächen für Läden und/oder Büros verfügbar.