„5.000 Quadratmeter Blütensaum für Eltville am Rhein“

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Eltville am Rhein. „Wir laden die Bienen zu uns ein!“ – Bürgermeister Patrick Kunkel arbeitet gemeinsam mit seinem Team weiter an dem Projekt „Bienenfreundliches Eltville“. „Die Tütchen mit bienenfreund­lichem Samen gibt es ab sofort am Counter im Rathaus und auch im Burgladen“, so Kunkel. Die Stadt Eltville am Rhein hat sich im vorvergangenen Frühling zur Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“ des hessischen Umweltministeriums bekannt und in diesem Zuge folgende Maßnahmen ergriffen: „Wir verzichten auf das Ausbringen von Glyphosat zur Unkrautbekämpfung auf öffentlichen Grünflächen“, erläutert Kunkel. Außerdem plane die Stadt das Umwandeln von Rasen in Wiesenflächen und das Umwandeln von Zierpflanzen-Beeten in artenreiche Wildstaudenbeete durch Einsaat mit gebietseigenem Wildsaatgut. 
Um die Artenvielfalt und die Honig- und Wildbienenvölker durch besseres Nahrungsangebot zu unterstützen, wurden innerhalb des Stadtgebietes Eltville bereits einige heimischen Blütenpflanzen auf Grünflächen angesät und gepflanzt, um blütenreiche Blumenwiesen und Bienennährgehölze auch im Stadtgebiet zu etablieren. Weitere Umwandlungen von Rasen- in Wiesenflächen folgen in diesem Jahr. 
Bienen sind sehr fleißige Hauptbestäuber unserer Obstbäume und der Feld- und Waldfrüchte. Ohne Bienen gäbe es kaum Ernten. Sie sind die Sympathieträger unter den Insekten, die uns exemplarisch zeigen wie es um die wilden Insekten in unserer intensiv landwirtschaftlich genutzten Region bestellt ist. 
So konnten sich auf den 2004 geschaffenen extensiven Wiesen am Eltviller Sonnenberg zum Beispiel die Bestände von Wildfasan, Feldhamster und diversen Wildinsektenarten regenerieren und stabilisieren. Viele Wildbienen, Schwebfliegen, Käfer und Schmetterlinge benötigen neben den Futterpflanzen auch Plätze zur Anzucht ihrer Nachkommen. Nistmöglichkeiten wie Altholz, Gräser und Schilfröhricht fehlen jedoch im urbanen Umfeld oft. So auch in Eltville. Daher wurden bereits viele Insektennisthilfen in Eltville verteilt aufgehängt und sollen noch ergänzt werden. Zehn „Insektenburgen Eltville“ stehen seit letztem Frühjahr verteilt im Stadtgebiet und dienen als große Nisthilfen. 
Und nun startet bereits im zweiten Jahr die Mitmachaktion zur Förderung der heimischen Blüten- und Insektenvielfalt: „5.000 Quadratmeter Blütensaum für Eltville am Rhein“. „Viele haben mich gefragt, wie sich jemand als Privatmann an der Kampagne ‚Bienenfreundliches Hessen‘ beteiligen kann“, berichtet Kunkel. Mit den Samentütchen kann jetzt jeder mitmachen. 
Es handelt sich dabei um zertifiziertes Wildpflanzensaatgut gebietseigener Herkünfte. Die Honigbiene, Wildbiene, Schmetterlinge und Schwebfliegen sind dringend auf Nahrung angewiesen. Besonders vor und nach der Obst- und Rapsblüte im Frühjahr und Sommer wird die Nahrung knapp für sie. „Deshalb kann jeder von uns in seinem Garten oder auf dem Balkon helfen“, erklärt Kunkel und freut sich, wenn sich an der Aktion möglichst viele Menschen beteiligen. 
Städtische Grünflächen und Privatgärten können zu einem wichtigen Faktor für die Artenvielfalt werden – durch die Schaffung und Erhaltung von heimischen Blütenwiesen und von wegebegleitenden Krautsäumen an Acker- und Weinbergsrandstreifen. 
Bei der Saatgut- und Pflanzenauswahl sollten heimische Wildarten aus gebietseigenen Züchtungen in ihren Wildformen verwendet werden. Denn Zierpflanzen bieten zwar oft einen schönen Anblick oder starken Duft, sind jedoch meist steril, also nicht fortpflanzungsfähig - daher ohne Pollen oder Nektar, also ohne Nahrungsangebot für Insekten.  

„Schaffen Sie einen Bereich mit Blütenwiese in Ihrem Garten, machen Sie mit!“ so Bürgermeister Kunkel. Dies schaffe nicht nur durch die Blüten einen ästhetischen Anblick - durch die bestäubenden Insekten wirke der Garten dann auch sehr lebendig. Die Wildwiesen sollten nur ein- bis zweimal jährlich nach dem Aussamen gemäht werden.  

Die Samentütchen „Bienenfreundliches Eltville“ gibt es jetzt kostenfrei am Empfang im Rathaus sowie im Burgladen der Eltviller Burg.  

Eltville am Rhein, 21. Februar 2019

 

 

 
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