Bei Aktion "Bienenfreundliches Eltville" kann jeder mitmachen!

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Eltville am Rhein. „Wir laden die Bienen zu uns ein!“ – Bürgermeister Patrick Kunkel hat jetzt aus Anlass der Herausgabe von Tütchen mit bienenfreundlichem Samen für die Privatgärten der Stadt sogar „echte“ Bienen im Rathaus begrüßt. „Wir wollten die Samentütchen gerne mit einem Paukenschlag bekannt machen“, erzählt der Verwaltungschef. Da kamen die „PZ Cats“ aus der Erbacher Pfarrfassenacht gerade recht.

Denn die Gruppe „PZ Cats“ tritt just in diesem Jahr in der Erbacher Fassenacht als Bienchen an. Bürgermeister Kunkel begrüßte die Gruppe jetzt im Rathaus und überreichte die Samentütchen. Die „PZ Cats“ nehmen die Tütchen mit und verteilen sie beim Erbacher Umzug am kommenden Sonntag. „Die bienenfreundlichen Samentütchen gibt es ab jetzt auch am Counter im Rathaus“, so Kunkel.

Die Stadt Eltville am Rhein hat sich im vergangenen Frühling zur Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“ des hessischen Umweltministeriums bekannt und in diesem Zuge folgende Maßnahmen ergriffen: „Wir verzichten auf das Ausbringen von Glyphosat zur Unkrautbekämpfung auf öffentlichen Grünflächen“, erläutert Kunkel. Außerdem plane die Stadt das Umwandeln von Rasen in Wiesenflächen und das Umwandeln von Zierpflanzen-Beeten in artenreiche Wildstaudenbeete durch Einsaat mit gebietseigenem Wildsaatgut.

Um die Artenvielfalt und die Honig- und Wildbienenvölker durch besseres Nahrungsangebot zu unterstützen, wurden innerhalb des Stadtgebietes Eltville bereits einige heimischen Blütenpflanzen auf Grünflächen angesät und gepflanzt, um blütenreiche Blumenwiesen und Bienennährgehölze auch im Stadtgebiet zu etablieren. Weitere Umwandlungen von Rasen- in Wiesenflächen folgen in diesem Jahr.

Zudem ist mit dem Jugendzentrum Eltville die Verteilung von heimischen Frühblühern in Rasenflächen von Parks und Spielplätzen geplant.

„In Martinsthal haben wir eine Umwandlung auf 90 Quadratmetern bereits mit der Unterstützung ehrenamtlicher Helfer realisiert“, ist Kunkel stolz. Ein Biologe hat die ehrenamtlichen Helfer für die dauerhafte Pflege der neu geschaffenen Beete mit Wildstauden qualifiziert. „Hier gehen wir nachhaltig vor, damit die Beete richtig und gut gepflegt werden“, so Kunkel.

Bienen sind sehr fleißige Hauptbestäuber unserer Obstbäume und der Feld- und Waldfrüchte. Ohne Bienen gäbe es kaum Ernten. Sie sind die Sympathieträger unter den Insekten, die uns exemplarisch zeigen wie es um die wilden Insekten in unserer intensiv landwirtschaftlich genutzten Region bestellt ist.

So konnten sich auf den 2004 geschaffenen extensiven Wiesen am Eltviller Sonnenberg zum Beispiel die Bestände von Wildfasan, Feldhamster und diversen Wildinsektenarten regenerieren und stabilisieren.

Viele Wildbienen, Schwebfliegen, Käfer und Schmetterlinge benötigen neben den Futterpflanzen auch Plätze zur Anzucht ihrer Nachkommen.
Nistmöglichkeiten wie Altholz, Gräser und Schilfröhricht fehlen jedoch im urbanen Umfeld oft. So auch in Eltville. Daher wurden bereits viele Insektennisthilfen in Eltville verteilt aufgehängt und sollen noch ergänzt werden.

Zehn „Insektenburgen Eltville“ werden seit Anfang Januar als große Nisthilfen im Frühjahr von der Werkstatt für behinderte Menschen in Aarbergen produziert, die Mitte Februar an ausgesuchten Plätzen in Eltville aufgestellt werden sollen.

Und nun startet die Mitmachaktion zur Förderung der heimischen Blüten- und Insektenvielfalt: „5.000 Quadratmeter Blütensaum für Eltville am Rhein“. „Viele haben mich im letzten Jahr gefragt, wie sich jemand als Privatmann an der Kampagne ‚Bienenfreundliches Hessen‘ beteiligen kann“, berichtet Kunkel. Mit den Samentütchen kann jetzt jeder mitmachen.

Es handelt sich dabei um zertifiziertes Wildpflanzensaatgut gebietseigener Herkünfte. Die Honigbiene, Wildbiene, Schmetterlinge und Schwebfliegen sind dringend auf Nahrung angewiesen. Besonders vor und nach der Obst- und Rapsblüte im Frühjahr und Sommer wird die Nahrung knapp für sie. „Deshalb kann jeder von uns in seinem Garten oder auf dem Balkon helfen“, erklärt Kunkel und freut sich, wenn sich an der Aktion möglichst viele Menschen beteiligen.

„Die Biodiversität zu fördern ist mir ein sehr wichtiges Anliegen“, so Bürgermeister Kunkel. So könnten städtische Grünflächen und auch Privatgärten zu einem wichtigen Faktor für die Artenvielfalt werden - durch die Schaffung und Erhaltung von heimischen Blütenwiesen und von wegebegleitenden Krautsäumen an Acker- und Weinbergsrandstreifen.

Bei der Saatgut- und Pflanzenauswahl sollten heimische Wildarten aus gebietseigenen Züchtungen in ihren Wildformen verwendet werden. Denn Zierpflanzen bieten zwar oft einen schönen Anblick oder starken Duft, sind jedoch meist steril, also nicht fortpflanzungsfähig - daher ohne Pollen oder Nektar, also ohne Nahrungsangebot für Insekten.

„Schaffen Sie einen Bereich mit Blütenwiese in Ihrem Garten, machen Sie mit!“ so Bürgermeister Kunkel. Dies schaffe nicht nur durch die Blüten einen ästhetischen Anblick - durch die bestäubenden Insekten wirke der Garten dann auch sehr lebendig. Die Wildwiesen sollten nur ein- bis zweimal jährlich nach dem Aussamen gemäht werden.

Zudem hat die Stadt Eltville am Rhein ab sofort eigene Bienenstöcke. „Drei Bienenvölker arbeiten daran, unseren Honig zu produzieren“, sagt Kunkel mit einem Augenzwinkern. Schon in diesem Sommer soll der erste städtische Honig im Burgladen erhältlich sein. „Um diesen Weg konsequent zu gehen, sind wir deshalb als Stadt dem Imkerverein Rheingau beigetreten“, erzählt Kunkel. Dort findet ein reger Informationsaustausch statt. – Ein solcher Schritt sei zur Nachahmung für andere Kommunen empfohlen, so Kunkel.

Wer Fragen zum Aussäen oder zum Gesamtprojekt hat, kann sich an die Stadtverwaltung, Kerstin Rudloff, wenden: Telefon 06123 697-320.

Eltville am Rhein, 6. Februar 2018

 
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