Ein Baumhain als letzte Ruhestätte

| Pressemeldungen Aktuelles

Eltville am Rhein. Es ist zwölf Jahre her, dass die Stadt Eltville am Rhein den „Rosengarten“ auf dem Friedhof der Eltviller Kernstadt als Pilotprojekt für die Umgestaltung der Friedhöfe angelegt hat. Inzwischen ist er weitgehend belegt. Ihm folgten 2018 und 2019 die Neugestaltung des „Feld 12“ und der „Baumhain“ im Stadtteil Erbach.

 

Beide Angebote sollen – so wie 2008 im Gestaltungskonzept für die Friedhöfe vorgesehen – Bürgern die Möglichkeit eröffnen, Bestattungsangebote auf Gemeinschaftsgrabflächen zu erwerben, in denen die Pflege der Erdbestattungsplätze mit enthalten ist.

 

Denn viele Hinterbliebene können die Pflege einer Grabstätte nicht mehr leisten – manchmal, weil sie nicht mehr vor Ort wohnen, manchmal auch aus gesundheitlichen Gründen.

 

Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, war damals der Wunsch des Magistrats, eine innovative Entwicklung der Friedhöfe anzustreben – mit dem Ziel des Erhalts der Friedhöfe und der Bestattungskultur. Die Stadt Eltville hat gemeinsam mit den Kirchen und Bestattern ein Konzept zur Weiterentwicklung der Friedhöfe entworfen.

 

Bereits zu diesem Zeitpunkt kamen Bestattungswälder auf und wurden in Wiesbaden schon betrieben. Nach einer Beerdigung im Bestattungswald stellt sich allerdings für Hinterbliebene oft die Frage der Erreichbarkeit und Zugänglichkeit. Es gibt dort meist kaum die Möglichkeit, mit dem Bus oder anderen öffentlichen Verkehrsmitteln anzufahren.

 

Menschen – je älter sie werden – sind vielfach schlecht zu Fuß und können die großen Entfernungen zwischen Parkplatz und Bestattungswald nicht überwinden, geschweige denn sich sicher auf unbefestigten Erd- oder Mulchwegen fortbewegen. So ist es für ältere Hinterbliebene oft sehr schwierig, den Bestattungsplatz ihrer Angehörigen regelmäßig zu besuchen.

 

Kommunen müssen die Entwicklung von Bestattungswäldern zusätzlich zu den bereits bestehenden Friedhöfen finanzieren. Gerade ein Forst, der dann wie ein Park von Menschen begangen wird, erfordert sehr viel Pflegemaßnahmen an den Bäumen, um die Verkehrssicherheit gewährleisten zu können.

 

Hinzu kommt nun die Veränderung der Umweltbedingungen durch Klimaerwärmung und dadurch bedingte Baumschäden an Buchen und Eichen in den städtischen Wäldern.

 

„Um zum Bestattungswald echte und angemessene Alternativen mit deutlich besserer Erreichbarkeit zu schaffen, setzen wir nach und nach unser Friedhofskonzept um“, betont Bürgermeister Kunkel. Die Stadt entwickelt mittel- und langfristig angemessene alternative Angebote auf den bestehenden Friedhöfen. Es ist geplant, „Rosengärten“ und „Baumhaine“ auf alle anderen Eltviller Friedhöfe zu übertragen. „Damit machen wir unserer Bestattungskultur entsprechende und gemeindenahe Angebote“, so Kunkel.

 

Im Erbacher „Baumhain“ können gegenwärtig bereits Bestattungen in Urnenerdkammern mit Abdeckplatte vorgenommen werden. Auf der bodengleichen Abdeckplatte können die Namen der Verstorbenen eingraviert werden, zusätzlich kann ein Schild integriert werden, welches an einer Baumstamm-Stele im Zentrum angebracht wird. Dort gibt es für die Angehörigen auch die Möglichkeit, Grabschmuck abzulegen.

 

Ähnliche Plätze erhalten in diesem Jahr Martinsthal und Hattenheim. In Hattenheim hat die Stadt bereits einen neuen Weg angelegt und in Kürze soll ein Sitzplatz hinzukommen.

 

Es sollen Bestattungen mit und ohne Urnenerdkammern in als „Rosengarten“ und „Baumhain“ gestalteten Teilbereichen möglich sein. Auch die Bestattung „in der Rasenfläche“, ohne Erdkammer und Abdeckplatte wird hier möglich sein. Nur um die Bäume herum werden Erdkammern gesetzt, um diese vor Aufgrabungen im Wurzelbereich zu schützen.

 

Zentrale Stelen und bestehende Mauern dienen dann der Anbringung von Namensschildern und zentrale Plätze der Ablage von Grabschmuck.

 

Die Stadt entwickelt für Eltville – auf der Erweiterungsfläche und in darüberliegenden Teilbereichen – und für Rauenthal in diesem Jahr die Planung für die Umgestaltung und Nutzung der Friedhöfe weiter und stimmt diese ab. Diese Bereiche sollen in 2021/2022 realisiert werden.

 

Eltville am Rhein, 26. Juni 2020

 

Bildunterschrift:

Der Baumhain im Eltviller Stadtteil Erbach.

 
X

Aufgrund technischer Funktionen und zur Optimierung unserer Webseiten hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit und -relevanz nutzen wir auf unseren Webseiten unterschiedliche Arten von Cookies. Um alle Funktionen und Angebote in vollen Umfang nutzen zu können, sollten diese aktiviert werden. Sie können der Nutzung durch einen einfachen Klick auf „OK“ zustimmen, durch einen Klick auf „Ablehnen“ ablehnen oder sie mit „x“ temporär schließen. Sie können Ihre Angaben zur Nutzung optionaler Cookies in den Einstellungen Ihres Browsers jederzeit ändern und die Berechtigung nachträglich widerrufen oder erteilen. Mehr dazu erfahren Sie in der Datenschutzerklärung.