Präventionsrat Oberer Rheingau: Erhöhte Bedarfe bei Kindern und Jugendlichen durch Kontaktbeschränkungen

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Rheingau. „Unsere Kinder und Jugendlichen haben unter den Kontaktbeschränkungen der Corona-Zeit gelitten“, stellt Bürgermeister Patrick Kunkel gemeinsam mit seinen Kollegen Winfried Steinmacher und Nikolaos Stavridis fest. „Wir müssen mit aller Kraft verhindern, dass die Schulen wieder geschlossen werden.“ Denn es leiden viele Kinder und Jugendliche unter den Folgen der Kontaktbeschränkungen aus der Vergangenheit.

In der jüngsten Sitzung der AG „Kinder, Jugendliche, Schulen“ des Präventionsrates Oberer Rheingau wurde dies im intensiven Austausch der Teilnehmenden besonders deutlich. In der AG sitzen Fachleute aus allen nur denkbaren Bereichen, die alle mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.

Aus den psychiatrischen Kliniken etwa wird berichtet, dass der Wiedereinstieg in die Schule vielen Kindern und Jugendlichen Probleme bereitet. Die Kontaktlosigkeit habe zu sozialen Ängsten geführt, zu Depressionen und selbstschädigendem Verhalten. Gerade Mädchen seien betroffen und benötigten einen hohen Betreuungsbedarf, damit sie ins Leben zurückfinden. Jugendhilfeeinrichtungen wie die offene Jugendarbeit und ebenso die Schulsozialarbeit werden als ergänzend und hilfreich im Gesundungsprozess gesehen.

Von den Schulen wird diese Einschätzung bestätigt, Sozialisation stehe „auf Anfang“, wichtiger als reine Stoffvermittlung sei nun die Erfahrung von gemeinsamen Unternehmungen, Freude, Bewegung und ausgelassenem Spiel. Die Schulsozialarbeit, die ein umfangreiches Herbstferienprogramm angeboten hat, unterstützt dieses Anliegen. Manche Kinder sind nach dieser langen Zeit ohne Schule noch stiller oder im Gegenteil noch lauter und anstrengender geworden. Auffällig bei manchen sei die Strukturlosigkeit, ein Nichtwissen, wohin mit sich.

Auch die Eltern haben in dieser verunsichernden Zeit einen großen Unterstützungsbedarf.

Es wird der Bedarf nach sozialen Trainings oder Kooperationstrainings für Grundschülerinnen und -schüler angemeldet, ebenso der nach den Präventionstheaterstücken und nach Informationen für Eltern zum Thema Medienkonsum. Vor allem stark im Trend liegende Apps wie TicToc stehen im Fokus. Die Anwesenden regen an, den Medienexperten Günter Steppich zu diesem Thema zum Präventionsrat einzuladen. Dieses wird auch von den Kitas befürwortet. Die Erzieherinnen haben den Eindruck, dass die Medienzeit der Kinder stark ausgeweitet wurde und nicht immer altersgemäß war.

Günter Steppich wurde zur nächsten Sitzung der AG „Kinder, Jugendliche, Schulen“ Anfang des neuen Jahres bereits eingeladen und referiert zum Thema „Medienerziehung – Corona Update“.

Übereinstimmend wird zusätzlich zu diesen Bedarfen der Wunsch nach informativem Austausch und gegenseitiger Unterstützung aller beteiligten Institutionen geäußert.

Außerdem besteht das Bedürfnis nach Fachvorträgen zu den Themen Angststörung und Depression. Dazu soll ein Referent von der Vitos-Klinik Rheinhöhe angefragt werden. Eine weitere Folge der Corona-Zeit wurde in der jüngsten AG-Sitzung angesprochen: Der Kinderschutzbund erklärt, dass sich viele Ehrenamtliche zurückgezogen hätten und nun in der Beratung und Betreuung fehlten.

„Gerade in dieser herausfordernden Zeit hilft uns das engmaschige Netzwerk des Präventionsrates sehr“, erklärt die Sprecherin der AG, Iris Siepe. „Bedarfe werden im Gremium angesprochen und diskutiert – und wir schaffen im Netzwerk sehr schnell Hilfsangebote“, so Siepe, „die dringend benötigt werden.“

Eltville am Rhein, 20. November 2021

 
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