Geschichte der Kurfürstlichen Burg

Die Kurfürstliche Burg, das Wahrzeichen der Stadt, bildet mit ihrem unregelmäßigen viereckigen Grundriss den südöstlichen Eckpfeiler der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Sie wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts auf den Trümmern einer im Zollkrieg 1301 zerstörten Vorgängerburg erbaut. Die Außenmauer mit den großen zugemauerten Fenstern gehörte zum Palas, der sich nach Westen an den Turm anschloss. Vier Meter unter der Kernburg ist nach Süden der Zwinger vorgelagert. Auch nach Westen und Norden wird die Burg von einem gewinkelten Zwinger mit breiten Gräben und hohen Mauern umschlossen.

Die Burg wurde im 30-jährigen Krieg bis auf den Turm völlig zerstört. 1682 wurde der Ostflügel in geänderter Form wieder aufgebaut. 

Im 14. und 15. Jahrhundert residierten in der Burg die Mainzer Erzbischöfe und Kurfürsten. Sie war 150 Jahre ihr bevorzugter Verwaltungssitz. Heute lädt das Bauwerk zum Spazieren und Verweilen im romantischen Burghof, im Amtsgarten und im Burggraben mit seinen idyllischen Rosenanlagen ein. Im Frühsommer kann hier die prächtige, duftende Blütenpracht unzähliger Rosenstöcke verschiedenster Sorten bewundert werden. Vom Rosengarten bietet sich ein schöner Blick auf den Rhein und durch das Burgtor erreicht man in wenigen Schritten die autofreie Rheinuferpromenade.

In der Grafenkammer im Burgturm erhielt Henne Gensfleisch zur Laden, heute als Johannes Gutenberg in aller Welt bekannt, am 17. Januar 1465 von Kurfürst Adolph II. von Nassau die einzige Ehrung seines Lebens. Er wurde zum Hofmann ernannt. Die Grafenkammer wurde Anfang 2006 neu renoviert.

Die vom Burgverein e.V. Eltville eingerichtete Gutenberg-Ausstellung im Burgturm erinnert eindrucksvoll an den genialen Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern, der im 15. Jahrhundert in Eltville lebte und wirkte. Mehrmals im Jahr finden hier öffentliche Drucktage statt, an denen auf der historischen Florentiner Druckpresse Originalgraphiken wie zu Gutenbergs Zeiten gedruckt werden.

Die Historische Sammlung in der so genannten Domherrenkammer enthält wertvolle Dokumente zur Eltviller Stadtgeschichte.

Ganz oben im Burgturm befindet sich die Aussichtsplattform. Der Aufstieg über die 123 Stufen wird mit einem herrlichen Blick über Eltville, den Rheingau und Rheinhessen bis hinein in das Rhein-Main-Gebiet belohnt.

Der gesamte Burgturm mit allen genannten Räumen kann täglich besichtigt werden. Eintrittskarten erhalten Sie in der Tourist-Information im Erdgeschoss des Turms.

 

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