Walluf-Renaturierung und Naherholungsentwicklung: Einwanderung von Pflanzen aus Japan und Indien

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Martinstal. Die Renaturierung der Walluf im Wiesental in Eltville-Martinstal ist fertiggestellt. Nun wird der zweite Bauabschnitt vorbereitet: Die Naherholungs-Entwicklung mit einem Rundweg, einer Sitztreppe am Bach, einem erweiterten Angebot auf dem Kinderspielplatz, neuem Bolzplatz und Volleyballfeld.

Die Stadt hat die mit der „Arbeitsgruppe Wiesental“ entwickelte Planung bereits im letzten Jahr zur Genehmigung bei der Unteren Wasserbehörde des Rheingau-Taunus-Kreises (UNB) eingereicht. „Sobald wir die Genehmigung der UNB erhalten, können wir den zweiten Bauabschnitt ausschreiben und die Realisierung weiterverfolgen“, erklärt Bürgermeister Patrick Kunkel.

Anlass für die Renaturierung war die Beschleunigung des Wassers durch Befestigung des Bachbettes – Verrohrungen und Betonierung – im Durchflussbereich der Ortslage. Diese Beschleunigung des Wassers kann bei Starkregenereignissen zu Überschwemmungen der um- und unterliegenden bebauten Ortslagen führen. Zudem verarmt das Gewässer ökologisch – ein schneller Abfluss verhindert oder erschwert Lebewesen im Bach die Wanderung gewässeraufwärts.

In dem befestigten alten Bachgerinne waren durch den starken Wasserdruck bei Starkregenereignissen häufig Steine ausgebrochen, so dass immer wieder Teile der Böschung zum Weg hin abgeschwemmt wurden. Der Weg war deswegen zum Teil nicht mehr befahrbar. Eine der ersten Maßnahmen der Stadt war das Instandsetzen des befestigten alten Bachbettes.

„Wir freuen uns, durch das naturnahe Bachtal nun einen Rundweg zu entwickeln“, so Bürgermeister Kunkel. Dieser Rundweg werde befestigt, so dass auch gehbehinderte Menschen ihn gut nutzen können.

„Wir beobachten, dass aus dem befestigten alten Bachbett und im Bereich des Teilungsbauwerkes – unterhalb des Pegels – Steine herausgelöst und in ‚Staudämmen‘ verwendet werden“, berichtet Kunkel. Dies gefährdet die Stabilität der Böschung erneut und es sind immer wieder Reparaturmaßnahmen erforderlich, was je nach Wasserstand sehr aufwändig sein kann. Auch Veränderungen an den Abflussmengen durch Umbau im Bereich des Teilungsbauwerkes schaden den Lebewesen im Bach und führen zu fehlerhaften Messungen der Pegelstände.

Daher bittet die Stadtverwaltung die Bürgerinnen und Bürger, Umbauten im Bereich des alten Bachgerinnes und des Teilungsbauwerkes zu unterlassen und dies auch ihren Kindern zu erklären. Gebaute Staudämme sollten auch im renaturierten Bachbett wieder abgebaut werden, sobald die „Baumeister“ wieder nach Hause gehen. „Wasser ist sehr attraktiv und regt die Fantasie an“, weiß Bürgermeister Patrick Kunkel, „wir freuen uns, dass die Bachrenaturierung von Jung und Alt so gut angenommen wird.“

Die Renaturierung wurde – trotz der Einsaat gebietseigenen Saatgutes zur Entwicklung einer artenreichen Feuchtwiese – bereits von mehreren eingewanderten Pflanzenarten (Neophyten) besiedelt. Es handelt sich um die Neophyten Indisches Springkraut, Japanischer Knöterich und einzelne Götterbäume. Diese Pflanzen müssten von Hand entnommen werden, der Knöterich gar tiefgründig ausgestochen, so Kunkel. Es sei daher hier besonders wichtig, dass kein Grünschnitt dieser Pflanzen im Bach lande.

„Es ist ein sehr großer Aufwand für uns, alles von Hand zu entfernen. Vor allem der japanische Knöterich und das Riesenspringkraut sind stark an der Walluf verbreitet und sehr schwer zu bekämpfen“, gibt der Verwaltungschef zu bedenken.

Jedes angeschwemmte Teil des Knöterichs wurzelt wieder und entwickelt sich weiter, das Springkraut bildet enorm viele Samen und verbreitet sich daher sehr aggressiv und verdrängt dadurch heimische Arten. Zudem ist die Grünschnittentsorgung im Gewässer auch aus Gründen des Hochwasserschutzes problematisch und wird daher gesetzlich streng geahndet. Denn bildet sich dadurch eine Aufstauung und bricht diese plötzlich weg, entwickeln sich gefährliche Hochwasserwellen.

Eine der ersten Maßnahmen der Stadt war das Instandsetzen des befestigten alten Bachbettes.

Eltville am Rhein, 7. Oktober 2021

 
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