Die Geschichte der Rosenstadt

Dort, wo weltberühmte Weine auf sanften Hügeln reifen, gedeiht auch die Königin des Blumenreichs prächtig. Schon Ende des 19. Jahrhunderts machte Eltville, die älteste Stadt im Rheingau, als Rosenstadt von sich reden. 1871 gründete Carl Schmitt in Eltville eine Rosenschule. Über eine halbe Million dorniger Schönheiten wuchsen damals jährlich vor den Stadtmauern auf großen Rosenfeldern heran. Eltviller Rosen waren seinerzeit sehr angesehen und begehrt. Und so reichten die Geschäftsbeziehungen der Rosenschule sogar bis zum Hofe des Zaren in St. Petersburg. Aber auch zahlreiche andere Gärtner in Eltville züchteten Rosen, besuchten Ausstellungen und gewannen dabei Preise.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es zunächst ruhig um die Rosenstadt Eltville. Erst in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts erlebte sie dank des damaligen Stadtgärtnermeisters Reinhard Pusch wieder einen Auftrieb. Er sorgte für die verstärkte Aufzucht von Rosen und bestückte damit die städtischen Anlagen. Auch im Burggraben legte er 1979 Rosenbeete an und pflanzte Kletterrosen.

Die Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde (www.rosenfreunde.de) hat Eltville im Jahre 1988 das Prädikat "Rosenstadt" verliehen. Eltville war damals die vierte Rosenstadt in ganz Deutschland. Heute gibt es elf Rosenstädte, sieben Rosendörfer und einen Rosenkreis (Stand 2018). Eltville gehört diesem erlesenen Kreis an, da die Rose hier eine ortsbildprägende Rolle spielt. Ein eigener Rosenverein (Rosenfreunde Eltville e.V., Informationen unter www.rosenfreunde-eltville.de) mit zahlreichen aktiven Mitgliedern kümmert sich engagiert um die Pflege der Rosenkultur in der Stadt. 

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