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Nashornkäfer nach Rauenthal umgesiedelt


Eltville am Rhein. Bereits im Dezember letzten Jahres mussten in der Matheus-Müller-Straße in Eltville vier Kirschbäume aufgrund von Pilzbefall gefällt werden. Da an einem der Bäume der besonders geschützte Nashornkäfer gesichtet wurde, blieben die Baumstümpfe zunächst stehen, um eine Umsiedlung des Käfers vorzubereiten.

In Zusammenarbeit mit dem Experten Dr. Martin Leberecht, Sachverständigenbüro für Baumbiologie in Rüdesheim, und in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde haben die Eltviller StadtWerke die Baumstümpfe jetzt entnommen. „Dabei war natürlich besondere Vorsicht gefragt, um keine Larven oder Käfer zu schädigen“, erklärt Steffen Conrad, der für die Stadtbäume zuständig ist. Beim Ausgraben, das teils händisch erfolgte, kam dann die Überraschung. „Es befanden sich vier frisch geschlüpfte Käfer im Holz, was ungewöhnlich für diese Jahreszeit ist“, so Experte Dr. Leberecht. Rund 25 Larven des Käfers konnten die Zuständigen ebenfalls finden und entnehmen.

Für die eingesammelten Tiere haben die StadtWerke in Rauenthal ein neues Quartier geschaffen. Die alten Baumstümpfe haben hier ebenfalls ihren Platz gefunden. „Als zukünftige Lebensstätte wurde eine Grube ausgehoben, in die die Wurzelstöcke sowie die Larven und Käfer verbracht wurden. Dies ist eine gängige Praxis, die auch bei Hirschkäferumsiedlungen angewendet wird“, erklärt Dr. Leberecht, „somit hat die Nashornkäfer-Population an ihrem neuen Zuhause in Rauenthal eine gute Überlebenschance.“

Eltville am Rhein, 28. Januar 2026