ikz klimaanpassung
Wasserrückhalt, Begrünung und Waldresilienz bilden Schwerpunkte für Klimaanpassung im Oberen Rheingau+
Eltville am Rhein. Das Konzept wurde mit wissenschaftlicher Unterstützung durch die Hochschule Geisenheim University und unter Beteiligung diverser regionaler Akteure erarbeitet. Es bildet die Grundlage für die Umsetzung gezielter Maßnahmen zur Klimaanpassung. Dank einer Folgeförderung durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit sollen priorisierte Maßnahmen in den nächsten drei Jahren geplant und umgesetzt werden.
Standorte für Maßnahmenumsetzung gesucht
Als drei zentrale Themen und investive Schwerpunkte hat das Team um die interkommunale Klimaanpassungsmanagerin Hannah Fröb den dezentralen, naturnahen Wasserrückhalt in Wald und Weinbergen, die Verbesserung der Löschwasserverfügbarkeit im Hinterlandswald und die Begrünung der Ortsteile herausgearbeitet. „Wir sind mitten in der Klimakrise – durch Starkregen und Hitzeperioden in Kombination mit einer Landnutzung, die auf die Ableitung von Wasser ausgelegt ist, verlieren weite Teile unserer Kontinente global wie regional immer mehr Wasser. Hierdurch steht uns schlichtweg weniger Wasser zur Verfügung“, erklärt Hannah Fröb. Deshalb läge der Fokus auf dem Bereich Wasser, der sich in den drei investiven Schwerpunkten wiederfinde.
Aktuell ermitteln Hannah Fröb und Vanessa Schork, die gemeinsam das Klimaanpassungsmanagement der fünf Kommunen koordinieren, nach geeigneten Standorten für die ermittelten Maßnahmen. „Bei allen Maßnahmen sind natürlich immer die aktuellen Haushaltslagen in den Kommunen sowie die Zustimmung der Gremien der fünf Kommunen zu berücksichtigen“, betont Fröb. „Wir wollen gezielt Fördermittel beantragen und nutzen, um Maßnahmen umzusetzen“, ergänzt Vanessa Schork.
Außerdem planen die beiden Klimaanpassungsexpertinnen weitere Veranstaltungen. Beispielsweise wollen sie Unternehmen beim Thema Klimaresilienz miteinbeziehen oder die Bürgerschaft für die Begrünung von privaten Gärten und Gebäuden gewinnen.
Integration in Verwaltungsabläufe
„Zudem möchten wir Arbeitshilfen für interne Verwaltungsabläufe entwickeln, um den Aspekt der Klimaanpassung auch bei anderen Maßnahmen wie Straßensanierungen gleich mitzudenken“, erklären Fröb und Schork. Beide betonen, dass Klimaanpassung in alle Bereiche der Kommunen hineinwirke. „Deshalb arbeiten wir aktuell vor allem an der Integration in die Prozesse hinter den Kulissen“, erklären sie. Als Beispiele hierfür nennen sie das Thema Hitzeschutz in sozialen Bereichen wie Kitas oder Senioreneinrichtungen oder bei der Planung von Veranstaltungen. Allgemein gilt: Die Ergebnisse des KLAK können in vielen Bereichen wie dem Forst, aber auch von Einwohnenden genutzt werden, und dabei viele Synergien schaffen.
Informiert bleiben
Das integrierte Klimaanpassungskonzept findet sich unter www.eltville.de/ikz_klimaanpassung. Die ausführliche Version umfasst 260 Seiten, die Kurzversion fasst auf knapp 50 Seiten das Wichtigste kurz zusammen. Zudem finden sich dort Karten zu Hitze- und Starkregenbetroffenheit der Ortsteile und es werden Neuigkeiten zum Projekt und Informationen rundum Klimaanpassung veröffentlicht.
Wer darüber hinaus informiert bleiben möchte zum Stand des Projekts und bevorstehenden Veranstaltungen kann sich per E-Mail an ikz-klimaanpassung@eltville.de für den interkommunalen Klimaanpassungsnewsletter anmelden.
Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit fördert die Begleitung der Umsetzung prioritärerer Klimaanpassungsmaßnahmen durch die beiden Personalstellen im Rahmen der Richtlinie „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ für drei Jahre bis September 2028.
Zum „Klimaanpassungs-Duo“
Hannah Fröb ist interkommunale Klimaanpassungsmanagerin für die fünf beteiligten Kommunen. Ihre Stelle ist Teil der Förderung und bei der Stadt Eltville am Rhein angesiedelt.
Vanessa Schork unterstützt das Projekt seit Ende 2025. Ihre Teilzeitstelle ist ebenfalls in der Förderung enthalten und in Walluf angesiedelt. Parallel absolviert sie aktuell noch ihren Master in Klima- und Umweltwandel an der Universität Mainz.
Eltville am Rhein, 8. April 2026


