63. Mahnwache in Eltville

„Breit vernetzt an der Seite derer, die unsere Freiheit verteidigen“


Eltville am Rhein. Neben ihm und seiner Stellvertreterin Sigrid Hansen sowie Bürgermeister Patrick Kunkel waren an die 100 Menschen auch dieses Mal wieder auf dem Bischof Kilian Platz zusammengekommen.

Unter ihnen nahmen der ehemalige Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung, Matthäus Wanzek vom Trierer Verein „Viele Hände für die Hoffnung“ oder auch Lyudmyla Kolos vom Ukrainisch-Deutschen Verein Mainz, die dort Ukraine-Flüchtlinge betreut und Spendentransporte organisiert, an der Mahnwache teil. „Diese breite Vernetzung trägt uns in diesen schwierigen Zeiten“, unterstrich Patrick Kunkel.

„Die Ukraine kämpft stellvertretend für die Freiheit unseres ganzen Kontinents. Deswegen ist es wichtig, auf allen staatlichen Ebenen klare Signale der Unterstützung zu setzen“, betonte Ingo Schon. Er nahm dabei auch Bezug auf die Ankündigung der Hessischen Landesregierung, aus Anlass des vierten Jahrestags des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine eine offizielle Regionalpartnerschaft mit der ukrainischen Oblast Kyjiw einzugehen. Breiten Applaus gab es für die Würdigung dieses Schrittes „als perfekte Ergänzung zum herausragenden Engagement auf kommunaler Ebene, wie beispielsweise hier in Eltville“. so Schon.

Im Oktober 2024 hatte die Stadt Eltville im Kloster Eberbach feierlich eine Solidaritätspartnerschaft mit der ukrainischen Stadt Zwenyhorodka besiegelt. Diese liegt in der Oblast Tscherkassy, welche im Süden direkt an die Oblast Kyjiw angrenzt. Die Bemühungen auf Landes- und Kommunalebene griffen somit in der gleichen Region nahtlos ineinander. Überdies pflegt die Stadt Eltville enge Kontakte zur ukrainischen Stadt Wylyka Dymerka, deren stellvertretender Bürgermeister Anatolii Yourchenko ebenfalls bei der Mahnwache anwesend war und der sich sehr über die Pläne des Landes freute.

Hessen hatte Anfang des Jahres beschlossen, ein „Memorandum of Understanding“ mit der Oblast Kyjiw zu unterzeichnen, die mit 1,8 Millionen Einwohnern zu den wirtschaftsstärksten und innovativsten Regionen der Ukraine zählt. Geplant sind konkrete Austausche in den Bereichen Jugend, Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft. Für die rund 100.000 in Hessen lebenden Ukrainerinnen und Ukrainer sei dies ein wichtiges Signal der Verbundenheit und der Unterstützung für eine europäische Perspektive ihres Heimatlandes.

Wichtig sei, das Engagement auch stets mit konkreten Leistungen zu untermauern. Hessen habe in der Vergangenheit bereits zahlreiche Hilfstransporte organisiert. Auch im Rheingau wird diese Hilfe greifbar: In Eltville konnte dank Initiativen wie der Stiftung „Helping Hands Eltville“ um Peter Fries die Solidarität bereits mit handfesten Hilfslieferungen, darunter Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge, mit Leben gefüllt werden. 

„Ob durch zivilgesellschaftliches Engagement in Eltville oder nun durch eine starke institutionelle Partnerschaft des Landes: Wir zeigen den Menschen in der Ukraine auf vielfältige Weise, dass wir sie auf ihrem Weg in eine freie und europäische Zukunft nicht alleine lassen“, waren sich alle Anwesenden am Ende der Veranstaltung einig.

Eltville am Rhein, 18. Mai 2026