klimaadaptive stadt
Startschuss für „Platz der Kinderrechte“ in Eltville
Eltville am Rhein. In der Schwalbacher Straße in Eltville soll vor dem Jugendzentrum und der Kita Kindergartenburg, auf direktem Schulweg für viele Kinder und Jugendliche der Platz der Kinderrechte entstehen. Aktuell ist der Platz stark versiegelt. In Zukunft soll er ein Ort mit Aufenthaltsqualität für Kinder und Jugendliche sein.
Das Projekt, bei dem die Stadt von der Hochschule Darmstadt wissenschaftlich begleitet wird, geht der Frage nach, wie klimaadaptive Stadträume mit Kindern gestaltet werden können. Klimaadaptive Stadträume sind so gestaltet, dass sie auch bei Hitze, Starkregen und anderen Klimafolgen gut funktionieren und für Menschen lebenswert bleiben. In dem „Reallabor“ können praxisnahe Methoden erprobt werden, die Kinderperspektiven in Klimaanpassungsprozesse einbeziehen.
„Wir sind sehr froh, dass uns die Hochschule Darmstadt bei diesem Projekt mit wissenschaftlicher Expertise aus verschiedensten Fachbereichen unterstützt“, erklärt Bürgermeister Patrick Kunkel. Studierende des Studiengangs Public Management sowie angrenzender Fachrichtungen (Soziale Arbeit, Bau- und Umweltingenieurwesen sowie Architektur) arbeiten eng mit der Kommune und den beteiligten Kindern zusammen.
„In unserem Studiengang Public Management bilden wir Menschen aus, die später in Verwaltungen Verantwortung übernehmen und komplexe Aufgaben steuern“, sagt Prof. Dr. Friederike Edel, Studiengangsleiterin für den Studiengang Public Management. „Projekte wie das Reallabor in Eltville zeigen sehr konkret, wie solche Aufgaben in der Praxis aussehen.“
Das Kooperationsprojekt soll neben der Entwicklung und Erprobung innovativer Beteiligungsmethoden auch die Lernprozesse von Kindern, Jugendlichen und angehenden Fachkräften fördern. Außerdem soll die transdisziplinäre Zusammenarbeit mehrerer Studiengänge, aber auch die Zusammenarbeit von Hochschule und Verwaltung gefördert werden. „Unser Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven und Kompetenzen zusammenzubringen“, betont Dr. Eszter Tóth, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studiengang Public Management am Fachbereich Wirtschaft der Hochschule Darmstadt. Die Erkenntnisse, die im Eltviller Projekt gewonnen werden, sollen bestenfalls später auch auf andere Kommunen übertragbar sein.
Erfolgreiche Auftaktveranstaltungen mit vielen Ideen
Ende März fand die Auftaktveranstaltung für das Projekt „Platz der Kinderrechte“ in der Kurfürstlichen Burg statt. Kinder und Jugendliche, Mitglieder des Kinder- und Jugendbeirates, Mitarbeitende aus Verwaltung, Hochschule und vom Bethanien Kinderdorf in Eltville sammelten an verschiedenen Thementische erste Ideen zur Neugestaltung des Platzes. Dr. Karin Bugow, Projektkoordinatorin Klimaanpassung im Public Management der Hochschule Darmstadt, moderierte die Veranstaltung.
Eine zentrale Frage, die alle beschäftigte, war: „Wie können Kinder- und Jugendliche beteiligt und einbezogen werden?“ Ursula Wolf, Kinder- und Jugendbeauftragte der Stadt, betonte: „Es heißt oft, dass Kinder unsere Zukunft sind, sie sind aber auch unsere Gegenwart und haben ein Recht auf Mitbestimmung und Gestaltung, auch wenn das noch nicht überall selbstverständlich ist.“ Von ihr stammt auch die Idee für den Platz der Kinderrechte.
Das Vorhaben ist Teil der Förderinitiative „Transformative Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (www.dbu.de).
Eltville am Rhein, 5. Mai 2026


